Rostocker HC - Berliner TSC
Freitag, 20.01.2012
Zu Gast bei der Mannschaft der Stunde – Spiel bei den Spreefüchsen wird verlegt
Am Samstag geht es für den Berliner TSC zum Auswärtsspiel an die Ostseeküste. Um 16:00 Uhr beginnt das erste Auswärtsspiel des Jahres 2012 in der Scandlines-Arena gegen die Mannschaft des Rostocker HC.
Zum Rückrundenauftakt konnten die Berlinerinnen zu Hause gegen die stark abstiegsgefährdeten HSG Hude/Falkenburg mit 21:17 gewinnen. Ein Sieg, der wichtig für das Erreichen des Saisonzieles Klassenerhalt war und auch zu keiner Sekunde wirklich in Gefahr geriet. Ohne großes Spektakel gelang es der Mannschaft, den Gast unter Kontrolle zu halten. Bereits Mitte der ersten Halbzeit war der Vorsprung auf fünf Tore angewachsen (10:5). Und dies blieb dann auch bis zum Abpfiff fast durchgehend der Fall. Kontrolliertes Spiel nennt man dies wohl, andere könnten auch meinen, dass „ein gutes Pferd nur so hoch springt wie es muss“. Bemerkenswert in diesem Spiel war die sehr gute Leistung von Juliane Meyer im Tor, die streckenweise unüberwindlich schien und so immer wieder den sicheren Vorsprung rettete, denn in der Offensive übertraf sich manche Spielerin im Auslassen der Torchancen.
Der Berliner TSC im Spiel gegen Hude: Juliane Meyer – Vivien Schwarz 4, Caroline Hoth 4/3, Ulrike Hamann 3, Julia Goldhagen 2, Karolin Sense 2/1, Christiane Wiechert 2, Julia Jähnke 1, Stephanie Roscher 1, Franziska Gabel 1, Magdalena Iwanow 1, Stefanie Rochlitz, Nicole Hagemann
Nun geht es also zum Rostocker HC. Der Mannschaft der Stunde, der Mannschaft, die mit der beim miserablen Saisonstart mit sechs Niederlagen in den ersten sechs Saisonspielen nicht mehr zu vergleichen ist. Bis Weihnachten fuhr die Mannschaft wenigstens noch drei Siege ein und holte damit aber erst Anlauf für einen richtig guten Start in das Jahr 2012 mit deutlichen Siegen gegen GW Schwerin und in Owschlag. Dort starte man zwar letzte Woche eher verhalten, lag 2:7 zurück, spielte dann den Gastgeber weitgehend an die Wand. Am Ende war der Owschlager Trainer froh, nicht vollkommen untergegangen zu sein.
Die Rostocker haben also dazugelernt. Das Videostudium zeigt, dass sie ihr Spiel im Laufe der Saison umgestellt haben. Isabel Duwe spielt nun auf Rückraum Mitte, der Position, die sie auch in Berlin schon wunderbar ausgefüllt hatte. Dort ist sie nunmehr auch erfolgreichste Torschützin der Dolphins. Nachdem schon im Dezember Svea Pinkohs vom Zweitligisten TSG Wismar mit einem Doppelspielrecht ausgestattet wurde, kehrte zum Jahreswechsel auch Katrin Horke nach Schwangerschaftpause wieder ins Team zurück. Zusammen mit Johanna Brinkies am Kreis machen diese Personalien das Spiel der Rostocker nun sehr viel erfolgreicher. Es wäre aber unfair, alles nur auf diese vier Spieler zu reduzieren. Nicht weniger als 18 Spielerinnen haben sich in dieser Saison bereits in die Torschützenliste eingetragen. Eine Mannschaftsbreite, die die Rostocker am Ende der Spielzeit ganz sicher ins gesicherte Mittelfeld bringen wird. Mit dem Abstieg in die Oberliga hat diese Mannschaft nichts zu tun.
So geht der Berliner TSC als gefühlter Außenseiter ins Spiel. Die Rostocker schwimmen auf einer Welle und haben in den letzten Spielen viel Selbstbewusstsein gesammelt, das der TSC auf der Hut sein und sofort ab Anpfiff hellwach sein muss. Sonst droht die Gefahr, dass das Spiel schnell und früh verloren ist. Damit dies verhindert wird und das Spiel ähnlich eng wie letzte Saison (24:24-Unentschieden, Ausgleich des RHC erst 3 Sekunden vor dem Ende per Siebenmeter) wird, haben sich alle Mannschaftsteile der Berlinerinnen separat auf ihre möglichen Gegner vorbereitet. Zusätzlich gab es bereits am Dienstag die zweite Halbzeit von Deutschland gegen Mazedonien live im Fernsehen zu sehen. In Anspielung an die laute Halle beim Rostocker Heimsieg gegen Schwerin meint Stephanie Roscher, dass sie es wie die Deutschen gegen Mazedonien machen wollen: „Da waren auch alle in der Halle gegen uns und wir haben trotzdem gewonnen.“ „Und dann haben wir Spielzüge über Spielzüge trainiert, daran hat es ja in den letzten Spielen ein wenig gehapert bei uns“ erzählte Außen Karolin Sense. Stefanie Rochlitz ergänzt: „Wer den Ball mehr laufen lässt, mehr aus der Bewegung kommt, dynamischer ist, wird gewinnen. Und ich hoffe, das werden wir sein.“
Vielleicht wird es wieder so ein enges Spiel wie die letzten beiden Aufeinandertreffen. Nach dem erwähnten Unentschieden im Frühjahr gab es am zweiten Spieltag in dieser Saison einen erst spät herausgeworfenen 25:23-Heimsieg für die Berlinerinnen. Bis weit in die zweite Halbzeit stand das Spiel auf Messers Schneide ehe eine 6:1-Tore-Serie des TSC das Spiel entschied.
Im Anschluss an das Spiel stehen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine gegenüber. Leider haben es die Rostocker Organisatoren nicht hinbekommen, beide Spiele in einer Halle hintereinander anzusetzen. So steht den mitreisenden Fans und den in einem Bus gemeinsam reisenden TSC-Mannschaften zwischen den Spielen ein Hallenwechsel von der Scandlins-Arena in die Fiete-Reder-Sporthalle in Marienehe bevor. „Nicht glücklich, aber das lösen wir.“ hackt Abteilungsleiter Ernst-Heinrich Hoth diese Konstellation ab.
In einem weiteren Punkt musste er in den letzten Tagen organisatorisch tätig werden. Der Einzug der Spreefüchse in das Achtelfinale des DHB-Pokals machte es notwendig, dass das Spiel des Berliner TSC bei den Spreefüchsen vom 04.02.12 verlegt werden muss.
Die Spreefüchse zogen dieses Spiel vor der Saison bereits vom eigentlichen Spieltermin 21.04.12 auf eben diesen 04.02. vor, müssen nun aber aufgrund ihres Pokalerfolges an diesem Tag gegen den FSV Mainz 05 aus der dritten Liga Süd ran. Ein neuer Termin für das Lokalderby steht bisher noch nicht fest.
Fotos: Matthias Erdmann
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